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NÖ Marktkommentar: Wenig Umsatz bestimmt NÖ Weinernte (05/2013)

Kleine Ernten in NÖ und EU zeigen Wirkung.
Geringe Handelsmengen prägen den Markt für Wein aus Niederösterreich seit Beginn der Vermarktungssaison. Dafür gibt es verschiedenen Ursachen.

Mit 1,578 Mio. Hektoliter (hl) wurde 2012 nach Angaben von Statistik Austria in NÖ die zweitkleinste Ernte in 15 Jahren eingebracht. Und das nachdem mit der Ernte 2011 die durch die kleinste Ernte geleerten Keller gerade erst wieder aufgefüllt worden waren. Die Weinbaugebiete Weinviertel und Kamptal waren besonders stark von den Ausfällen betroffen. Hier blieb das Ergebnis nicht nur um rund 40% hinter dem Vorjahr sondern auch um 30% hinter dem Fünf-Jahresschnitt. Kaum besser zeigte sich das Ernteergebnis am Wagram, wo 30% zum Vorjahr und 20% zum Fünf-Jahresschnitt fehlten. Das entspricht auch etwa den NÖ-weiten Einbußen. Unterteilt nach Qualitäten beliefen sich die Ernteeinbußen bei Qualitäts- und Prädikatsweinen in NÖ auf rund 25%, während sie bei Wein über 60% ausmachten. Bei Wein (vormals Tafelwein) lag das Ernteergebnis 2012 sogar noch schlechter als 2010. Die Mengen an Qualitätswein übertrafen dagegen die kleine Ernte 2010 um fast 20%.

Wenig Menge – hohe Traubenpreise

Traubenpreisen zwischen 80 Cent und EUR 1,- für weiße Qualitätstrauben (Basis 15° KMW, inkl.) und 50 bis 60 Cent für rote veranlassten viele Winzer ihr Erntegut zu verkaufen anstatt Wein zu keltern. Dem entsprechend noch geringer fielen die Mengen an handelbaren Fassweinen aus. Berichtet wurde auch, dass durch den Trockenstress, dem die Trauben 2012 ausgesetzt waren, die Mostausbeute geringer ausfiel. Daher standen schon zu Beginn der Vermarktungssaison nur geringe Handelsmengen zur Verfügung. Das Preisniveau lag im Herbst bei weißen und roten Qualitätsweinen damit sogar höher als 2010.

EU-weit 2012 sehr geringe Ernte

Gestützt wurde dieses Preisniveau durch eine EU-weit kleine Erntemenge. Laut der Internationalen Organisation für Rebe und Wein (OIV) wurden in der EU 2012 141 Mio. hl Wein geerntet, das waren um 10% weniger als ein Jahr zuvor. Gegenüber dem Fünf-Jahresdurchschnitt betrug das Minus sogar 15%. Betroffen waren alle großen Weinländer. So verringerte sich die französische Ernte im Vergleich zur guten Ernte 2011 um 17% auf 42 Mio. hl, die spanische um 11% auf 30 Mio. hl und die italienische um 6% auf 40 Mio. hl. Größer als im Vorjahr fiel die Ernte nur in Deutschland, Griechenland und Portugal aus.

Weinmarkt im Stillstand

Anders als 2010/11 kam es heuer im Verlauf des Weinjahres zu keinen weiteren Preisverbesserungen. In den letzten Wochen hat das Preisniveau bei Weißwein sogar eher nachgegeben. Die Nachfrage ist gering und die Versorgungslage der Händler gut, zudem das inländische Angebot durch Importe ergänzt worden ist. Momentan scheint der Markt in eine Warteposition eingetreten zu sein. Entscheidend für die weitere Entwicklung werden die Erwartungen zur Erntemenge 2013 werden. Nach dem milden niederschlagsreichen Winter sind die Reben vorerst gut ins Frühjahr gestartet.

Entwicklung der Rebflächen regional unterschiedlich

Die globale Weinernte betrug 2012 251 Mio. hl, das waren 5% weniger als ein Jahr zuvor. Aufgrund der kleinen Ernte machte der Anteil der europäischen Weine an der Weltweinproduktion 2012 nur mehr rund 57% aus. Außerhalb der EU zeigte sich die Weinproduktion sehr stabil, wenn auch mit regionalen Unterschieden. So konnten die USA, Australien, Südafrika und Chile ihre Produktion 2012 erhöhen. In Argentinien, Brasilien und Neuseeland blieb das Ergebnis dagegen deutlich hinter dem Vorjahr. Zurückgeführt wird der globale Produktionsrückgang neben den ungünstigen klimatischen Bedingungen auf die Verringerung der Rebfläche. In erster Linie reduziert wurde die Rebfläche in der EU, seit 2008 um 8%. Sie liegt nun bei vier Mio. ha. Außerhalb der EU wurde die Anbaufläche in den letzten drei Jahren um rund 2% auf 3,4 Mio. ha vergrößert.

Deutschland als Weindrehscheibe

Keine Auswirkung hatte die geringe Ernte 2012 auf den österreichischen Weinexport, der 47,4 Mio. Liter beziehungsweise EUR 132,2 Mio.betrug. Menge und Wert konnten damit um 5% gesteigert werden. Beim Exportwert wurde sogar ein neuer Rekord erzielt. Der Großteil des österreichischen Weins findet in Europa seine Abnehmer und darunter ist Deutschland mit einem Exporterlösanteil von 60% der mit Abstand wichtigste Abnehmer. Die deutschen Weinimporte beliefen sich zuletzt auf rund 15 Mio. hl. Seit 2008 sind vor allem die Importe von Fassweinen der Kategorie Tafelwein stetig angestiegen da sich Deutschland zu einer Drehscheibe für europäische Massenweine entwickelt hat. Die Importweine werden in Deutschland auf hohem technischem Niveau abgefüllt und anschließend in der Flasche in andere europäische Länder exportiert. Österreich exportierte in den letzten Jahren nur mehr sehr geringe Fassweinmengen zu unserem Nachbarn. Dadurch konnte die Wertschöpfung aus dem Weinexport deutlich gesteigert werden. So lagen nach Angaben der Ö-Weinmarketinggesellschaft die Durchschnittspreise für Weinexporte nach Deutschland 2012 bei EUR 2,19/l, gegenüber EUR 1,49 vor fünf und EUR 0,83 vor zehn Jahren.
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24.04.2013
Autor:DI Marianne Priplata-Hackl
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