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Rundballenpressen: Neue Entwicklungen verkürzen Stehzeiten

Rundballenpressen verdichten nicht nur Stroh, Heu und Silage. Seit neuestem sind sie auch auf Kurzumtriebsflächen im Einsatz. Auf ihnen verrichtet der sogenannte BioBaler seine Arbeit, der in einem einzigen Schritt, mit nur einem Bediener, die Biomasse erntet und sie in einen dichten Rundballen presst. Die Einsatzmöglichkeiten dieser Technik sind also sehr vielseitig wie auch die technischen Unterscheidungen in ihren einzelnen Komponenten.
Bei Pressen mit variablen Press-kammern kann man Ballengröße und Pressdruck je nach Erntegut einstellen. Wegen der höheren Anschaffungskosten sind sie oft nur im überbetrieblichen Einsatz wirtschaftlich © zVg
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Bei Pressen mit variablen Press-kammern kann man Ballengröße und Pressdruck je nach Erntegut einstellen. Wegen der höheren Anschaffungskosten sind sie oft nur im überbetrieblichen Einsatz wirtschaftlich © zVg
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Bei Pressen mit variablen Press-kammern kann man Ballengröße und Pressdruck je nach Erntegut einstellen. Wegen der höheren Anschaffungskosten sind sie oft nur im überbetrieblichen Einsatz wirtschaftlich © zVg
Bei Pressen mit variablen Press-kammern kann man Ballengröße und Pressdruck je nach Erntegut einstellen. Wegen der höheren Anschaffungskosten sind sie oft nur im überbetrieblichen Einsatz wirtschaftlich © zVg
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In der Regel nehmen Ballenpressen beim Binden und Auswerfen des Ballens kein Erntegut auf, sie arbeiten nach dem diskontinuierlichen Prinzip. Für eine optimale Auslastung sollten Binden uns Auswerfen deshalb so rasch wie möglich geschehen. Durchschnittlich berechnet man für das Binden (Netzbindung) und das Auswerfen zirka 20 bis 25 Sekunden pro Ballen. Unabhängig von diesen Kriterien beeinflussen noch andere Unterschiede zwischen den einzelnen Bauarten der Pressen die Erntequalität.

Eines dieser Kriterien ist die Form und Größe der Presskammer, anhand derer man die einzelnen Pressen unterscheidet. Es gibt Festkammerpressen, die nur eine Ballengröße ermöglichen und variable Presskammern für unterschiedliche Ballendurchmesser.

Festkammerpresse einfach und robust

Bei der Festkammerpresse bilden Walzen oder Stabketten die Presskammer. Es handelt sich um eine robuste verlässliche Technik mit geringem Verschleiß. Diese wird hauptsächlich in Silage eingesetzt und hat ihren größten Nachteil in der Ballenformung. Der Startraum für den Ballen ist relativ groß. Deshalb bildet sie einen weichen Kern und sie presst keine Schichten. Das kann beim Auflösen des Ballens Probleme verursachen. Vorteile spiegeln sich in der Einfachheit und Robustheit der Technik wieder. Die Anschaffungskosten sind gering. Sie eignet sich deshalb auch für Betriebe mit geringer Auslastung. Sollen auch sperrige trockene Güter wie Heu oder Stroh gepresst werden, muss man darauf achten, dass die Walzen oder Stäbe ein aggressives Oberflächenprofil besitzen, weil ansonsten kein guter Ballenstart in der Kammer gewährleistet werden kann.

Bei variabler Presskammer Ballengröße und Pressdruck einstellen

Pressen mit variabler Presskammer zeichnen sich dadurch aus, dass je nach Erntegut entschieden werden kann, welchen Durchmesser der Ballen haben soll und welchem Pressdruck dieser unterliegt. Aufgrund des kleinen Startraums ist es auch einfacher möglich, das Erntegut von Beginn des Pressvorgangs an in Drehbewegung zu versetzen. Die Ballen sind so auch einfacher schichtweise aufzurollen. Meist bilden Riemen oder Stabgurte die Presskammer. Aufgrund der meist höheren Massen, die der Presse zugeführt werden, unterliegen auch diese Presswerkzeuge einem größeren Verschleiß, als jene der Festkammerpressen. Die höheren Anschaffungskosten aufgrund höherwertigerer Technik lassen einen wirtschaftlichen Einsatz oft nur beim überbetrieblichen Einsatz zu.

Neues am Pressenmarkt

Für die Neuerungen am Pressenmarkt sind die Hersteller Krone und John Deere verantwortlich, die auf der letzten Agritechnica mit neuen Lösungen zur Effizienzsteigerung auftrumpfen konnten. John Deere verkürzte mit einem neuen Auswurfkonzept die Auswurfzeit auf 4,2 Sekunden und musste dafür die gesamte Presstechnik überarbeiten und einzelne Komponenten neu entwickeln. Durch ein ausgeklügeltes System aus mechanisch gesteuerten Seitenwänden und einer Art Vorhang anstatt einer Klappe werden die Ballen regelrecht aus der Presskammer geschleudert. Überraschend war, dass es dabei keine nennenswerten Netzverletzungen gab.

Keine Stehzeiten am Feld

Krone versucht, mit der neuen Presswickelkombination Ultima diese Auswurfzeiten samt den Bindezeiten gleich ganz wegzuschalten. Ähnlich wie bei dem Strangpressverfahren bei einer Großpackenpresse wird das zu pressende Erntegut nach dem Rotor einem Vorpresskanal zugeführt. Der Vorpresskanal kann seine Form verändern, um während des Bindevorgangs kein Material in die Hauptpresskammer zu führen. Dadurch kann man, ohne stehen zu bleiben, pressen, binden, wickeln und auswerfen.

Im Bereich der Presswickelkombinationen trumpft Deutz–Fahr seit zwei Jahren mit der CompactMaster auf. Diese Kombination ist sehr kurz gebaut und zeichnet sich dadurch aus, dass der Ballen nicht einem extra angebauten Wickler übergeben werden muss, sondern sich nur der obere Teil der Presskammer nach der Netzbindung weghebt und somit gleich mit dem wickeln begonnen werden kann. Besonders auf Hanglagen hat sich diese leichte Technik bewährt.
01.06.2012
Autor:Christoph Berndl, Bildungswerkstatt Mold
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