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Sich selbst ein guter Freund sein

Das Selbstwertgefühl eines Menschen beeinflusst sein Leben und seine Beziehungen mit der Umwelt entscheidend.
von Lebensqualität Bauernhof Salzburg © BauernJournal
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von Lebensqualität Bauernhof Salzburg © BauernJournal
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Die Weichen für ein gutes Selbstwertgefühl werden früh gelegt. "Es bildet sich im Laufe der kindlichen Entwicklung", sagt Erika Trampitsch von "Lebensqualität Bauernhof" Salzburg. Wertschätzung und Anerkennung von Bezugspersonen, die selbst genügend Selbstsicherheit besitzen, sind das beste "Düngemittel" für das zarte Pflänzchen Menschenseele. Oder anders gesagt, die idealen Voraussetzungen, um aus Kindern starke, durchsetzungsfähige, zufriedene und lebenslustige Erwachsene zu machen. Leute, die einen respektvollen Umgang mit sich und anderen pflegen und die auch schwierige Lebenssituationen nicht aus der Bahn werfen können. Kurzum: die so sind, wie wohl die meisten von uns gerne wären. Aber wer kann schon von sich behaupten, unter absolut optimalen Bedingungen aufgewachsen zu sein? Muss man also, wenn es mit dem eigenen Selbstwert nicht so gut bestellt ist, den Kopf hängen lassen und die Schuld in der Vergangenheit suchen? "Ursachenforschung und die Auseinandersetzung damit sind schon sinnvoll", meint Trampitsch. "Aber abgesehen davon kann man auch im Hier und Jetzt viel tun, um seinen Selbstwert zu verbessern."

Mehr auf sich selbst achten

Die psychosoziale Beraterin empfiehlt ihren Klienten daher zuallererst, mehr auf sich selbst zu achten. Zu lernen, die eigenen Wünsche und Bedürfnisse wahrzunehmen und ein Stück weit zu verwirklichen. Denn das ist eine innere Quelle, die stärkt und nährt. Ist man ihr nahe, gelingt es besser, die vielfältigen Anforderungen des Lebens zu bewältigen und auch für andere sein Herz zu öffnen. In ihren Beratungen begegnet Erika Trampitsch Menschen mit einem geringen Selbstwertgefühl natürlich nicht selten. "Gerade im bäuerlichen Bereich ist die Gefahr groß, sich zu sehr zurückzunehmen", stellt sie fest. "Wenn ausschließlich die Arbeit im Vordergrund steht, kann man leicht auf sich vergessen." Dazu kommt, dass der Bauernstand generell dazu neigt, sich selbst geringzuschätzen. "Obwohl diese Arbeit so wertvoll ist! Es ist wichtig - und auch möglich - sich die Rosinen des Bäuerin- und Bauerseins herauszupicken", so Trampitsch. Dazu ist es manchmal nötig, sich von allzu starren Traditionen unabhängig zu machen. "Es ist nichts Negatives, wenn man versucht, seiner Rolle gerecht zu werden, aber die Selbstachtung sollte dabei nicht auf der Strecke bleiben." Weil viele Menschen Selbstliebe irrtümlicherweise mit Selbstsucht verwechseln, haben sie Angst, ihren eigenen Interessen Raum zuzugestehen. Diese klassischen Fallstricke bemerkt Trampitsch häufig bei jungen Frauen, die in Höfe einheiraten.

Anpassung bis zur Selbstaufgabe

"Plötzlich treten frühere Hobbys total in den Hintergrund und sie wollen es nur noch allen recht machen", schildert sie ihre Beobachtungen. "Über Jahre hinweg schwächt das natürlich." Umgekehrt können aber auch Männer einen massiven Selbstverlust erleiden, nachdem sie in einen Betrieb eingeheiratet haben. "Zum Beispiel wenn sie einen Beruf aufgegeben haben und sich dann am Hof nur mehr als Arbeitskraft fühlen." Für eine glückliche Ehe keine guten Voraussetzungen. Bedenkt man, wie nahe auf einem Bauernhof die Familienbeziehungen und das betriebliche Fortkommen zusammenhängen, kann man sich vorstellen, welches Geflecht an Problemen sich unter Umständen aus der Bereitschaft zur Selbstverleugnung ergeben kann. "Es ist ganz wesentlich, sich auf seine Stärken zu besinnen, Dinge zu tun, die einem Freude bereiten und notfalls auch Hilfe zu suchen, wenn man nicht mehr weiterweiß", betont Trampitsch.

Den Selbstwert testen

Wie steht es mit Ihrem Selbstwert? Machen Sie den Test: Beantworten Sie eine oder mehrere der folgenden Fragen mit "Ja"? Dann ist es an der Zeit, sich mit dem Thema "Selbstwert" auseinanderzusetzen!
  • Haben Sie das Gefühl, dass andere negativ über Sie denken?
  • Beeinflusst Sie das in Ihrem Tun und Ihren Entscheidungen?
  • Sind Sie häufig unzufrieden mit sich?
  • Vergleichen Sie sich oft mit anderen, z. B. Nachbarn?
  • Nehmen Sie sich wenig Zeit für Hobbys oder zum Ausruhen?
  • Grübeln Sie häufig über Probleme nach, ohne dass es zu einer Lösung kommt?

Das eigene "Ich" kennenlernen

Das LFI bietet eine Fülle an persönlichkeitsbildenden Vorträgen und Seminaren an, die bei der Auseinandersetzung mit sich selbst unterstützen und stärken. Ein aktuelles Beispiel von Lebensqualität Bauernhof in Salzburg: das Seminar "Diesel für den Traktor, Kraft für mich" mit Hermann Muigg-Spörr von Freitag, 28. bis Sonntag, 30. Jänner in Maria Kirchental. Nähere Informationen und Anmeldung: 0662/641248 www.lfi.at/sbg

Das Bäuerliche Sorgentelefon

Tel. 0810/676810 Montag bis Freitag von 8.30 bis 12.30 Uhr, österreichweit zum Ortstarif
  • hilft beim Analysiren von Problemen und Finden von Lösungen
  • vermittelt weiterführende Hilfe vor Ort
13.01.2011
Autor:Uschi Sorz
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